Donnerstag, 31. Dezember 2015

2015/2016 - Rückblick und Ausblick

Hallo zusammen!


Das neue Jahr ist nur noch wenige Stunden entfernt. Bevor ich mich auf den Haushalt stürze, möchte ich kurz zurückblicken und euch auch ein wenig von dem zeigen, was nächstes Jahr so auf uns zukommt. :)

2015
Anfang des Jahres habe ich den Vertrag für meine feurige Fantasy unterschrieben - es ging also schon gleich gut los! Jetzt kann ich sagen: Das Lektorat ist in vollem Gange, das Frühjahr 2016 kann kommen!

Im März ging es für mich nach Leipzig - die Buchmesse. Noch immer bin ich froh, dass ich mich für einen eintägigen Besuch entschieden habe. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, ich habe mich am Stand des Machandel Verlags sehr wohl gefühlt und war ständig umgeben von netten, sehr interessierten Lesern und/oder Autoren, Zirklern - Freunden. Und hätte ich da schon gewusst, das ich im nächsten Jahr nicht hinfahren können würde, hätte ich vielleicht noch eine Extrarunde gedreht.


Illustration: Jascha Buder (www.jabu.de)
Ferdi wurde im Sommer zwei Jahre alt - und ich liebe meinen kleinen Chaoten nach wie vor!

Deshalb trug ich ihn stolz auf meinem Shirt, als es im Oktober zum BuCon ging!

Der BuCon war wie jedes Jahr ein Fest. Kaum dort angekommen steuerten wir (Helen B. Kraft und ich) den Verlagsstand an - denn unsere Anthologie, unsere Teuflischen Tiere waren just veröffentlicht worden und wir wollten natürlich bestaunen,
wofür wir die letzten Monate gearbeitet hatten. Und es hat sich gelohnt!

Cover:
Igor Stevanovic/www.shutterstock.com
Ich habe tolle Verlage kennen gelernt, mit vielen, sehr netten Leuten gesprochen und hatte eine wundervolle Zeit. Vielen herzlichen Dank noch einmal an Helen für die Gastfreundschaft!

Ebenfalls im Oktober stand der Bücherbasar in Nordwalde an. Eine gemütliche Veranstaltung, der ich leider nach meiner Lesung nicht so viel Zeit widmen konnte, wie ich gewollt hatte. Doch meine Lesung war sehr nett, die Ausmalbilder wurden dank der Buntstift-Leihgabe einer Freundin direkt unter Beschlag genommen. Vielen Dank allen kleinen und großen Zuhörern und Klaus Kormann für die Organisation und das an mich denken, als es um die Frage ging, wer dort lesen möchte!

Der November hat gleich zweierlei wichtige Eigenschaften - zum einen ist dies natürlich der Monat des NaNoWriMo, zum anderen habe ich im November Geburtstag.
Der NaNoWriMo ging stark los, doch meine Geschichte nahm an Drall ab und ich musste die letzten Tage um jedes Wort kämpfen. Ich bin nicht böse darum, es war eine Erfahrung, die man möglicherweise einmal gemacht haben muss. Wieder etwas, aus dem ich lerne, besser zu planen, falls ich im nächsten Jahr wieder den NaNo mitschreibe.
Mein Roman ist aufgrund dieses Kampfes jedenfalls fertig geworden - es fehlt nun lediglich eine erste Überarbeitung von mir, dann suche ich mir Betaleser und dann hoffe ich, finde ich interessierte Verlage in 2016!
Kurz vor NaNo-Ende wurde dann groß gefeiert - ja, ich sage es offen: ich bin 30! Das macht mir nicht so viel, vor allem, weil ich in diesem Jahr doch endlich das erreicht habe (auch, wenn das irgendwie das falsche Wort ist), was ich mir für mein Leben immer gewünscht habe und von dem ich gehofft habe, dass es bis zu einem gewissen Punkt geschieht.


*** 2016 ***
Ich werde Mama!
Und das ist der Grund, weshalb die LBM 2016 ganz sicher nicht und der BuCon 2016 sehr wahrscheinlich für mich nicht stattfinden werden. Ich möchte mir zum einen nicht jetzt schon Gedanken darum machen, ob und wenn wie es klappen könnte, und zum anderen natürlich keine falschen Erwartungen wecken. 2016 steht für mich vor allem für Familie, Ruhe vor dem Sturm und Feuer. Und möglicherweise, wenn Zeit und Muße da sind, für Überarbeiten, Verlage finden, mehr Projekte unterbringen, die so gut wie fertig in der Schublade liegen. Wer weiß, ob ich dann überhaupt Zeit finde, zB im November an etwas neuem zu arbeiten.
Ich wünsche mir, dass ihr mir diese etwas ruhigere Zeit zuletzt und die sicher kommende, stille Zeit hier auf dem Blog (und vermutlich auch bei facebook) nicht übel nehmt, sondern euch freut, wenn ich zwischendurch doch dazu komme, euch etwas neues zu berichten.

Kommt heute Nacht gut über, habt im neuen Jahr viel Spaß und Freude, trefft neue Menschen, lasst bestehende Freund- und Bekanntschaften weiter wachsen. Seid lieb zueinander, seid geduldig (da fass ich mir auch selbst an die Nase), bemüht euch um Verständnis für euren Gegenüber und wenn doch alles nichts hilft wünsche ich euch die Kraft, dies in Worte fassen zu können!

Alles Liebe, bis bald
eure Sarah

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Alle genannten Personen, Bücher und Organisationen, und die Möglichkeiten sie zu finden:

Helen B. Kraft (Homepage: http://lectura-magica.de/, facebook: https://www.facebook.com/HelenBKraft/)
Machandel Verlag (http://machandel-verlag.de/)
Klaus Kormann (http://www.klaus-kormann.de/)

Ferdinand von Schnatter der Viertelnachzweite, Kinder-/Jugendroman (ISBN: 978-3-939727-31-6, Broschur, 134 Seiten, 5,90 Euro) (Leseprobe: Machandel Verlag) (auch als eBook)
Tierische Teufel - Teuflische Tiere, Anthologie (ISBN: 978-3-939727-88-0, Broschur, 270 Seiten, 10,90 Euro) (Leseprobe: Machandel Verlag) (auch als eBook)

NaNoWriMo - National Novel Writing Month (http://nanowrimo.org/)


Sonntag, 1. November 2015

NaNoWriMo 2015 - der erste Tag!

Hallo zusammen,

bevor ich gleich noch versuche, meinen Puffer auszubauen, möchte ich euch natürlich nicht weiter vorenthalten, worum es in meinem diesjährigen NaNo geht!

Lis und Dar - Geben und Nehmen

Ich schreibe in diesem Jahr von Magie, von fehlgeschlagenen Zaubern und
von einer Schülerin, die über sich selbst hinaus wächst.
»     Nach einem magischen Fehlschlag liegt das Schicksal des alten Zaubermeisters Rasban in den Händen seiner noch sehr unfähigen Schülerin Lis. Hilflos wendet diese sich an Dar, den jungen Lehrling, der ihr bisher immer freundlich und sogar liebevoll begegnete. Sie glaubt, gemeinsam könnten sie die Magie umkehren und Seele und Körper Rasbans erneut vereinen.
Dar verliert sich in seinem Spiel mit Lis, während er versucht, die Seelenrückführung Rasbans zu manipulieren. Bald stehen seine Gefühle für Lis in Konkurenz zu seinem Auftrag. Wie wird er sich entscheiden?     «

Ich erfahre mehr über den Zaubermeister Rasban, seine Schülerin Lis, den Lehrling Dar - und über die kleine Versuchsfledermaus mit dem wohlschmeckenden - äh, wohlklingenden Namen Paprika.

Und die Geschichte geht gleich gut los ...

»     Wer an diesem Tag in diesen frühen Stunden des Morgens in den Himmel sah, erblickte etwas höchst Ungewöhnliches.     «

Na, neugierig? Dann drückt mir die Daumen, dass ich diesen Roman über den November füllen kann, denn es gilt schließlich, mit 50.000 Wörtern abzuschließen. Über den Counter oben rechts in der Ecke könnt ihr verfolgen, wie weit ich bin und welche Tage ich das Pensum erreicht habe. Ich hoffe, es werden alle sein - ich möchte keinen roten Klecks in meinem Counter in diesem Jahr!

Allen Teilnehmern gutes Gelingen und vor allem ganz viel Spaß mit ihren Projekten!

Mittwoch, 14. Oktober 2015

BuCon 2015 - oder: warum das 4. Quartal mein Liebstes ist

Hallo zusammen,

ich freue mich schon wie blöde auf das kommende Wochenende!
Endlich ist es wieder soweit: die schönste Zeit des Jahres hat begonnen - das vierte Quartal ist mir das Liebste.
Nicht nur, weil es endlich kalt wird, weil es endlich auf die Zeit zugeht, wenn abends auf dem Heimweg Lichter leuchten in der Dämmerung, alle wunderbar eingekuschelt angezogen herum laufen und bald die ersten Advents-/Weihnachtsdekos zu sehen sind; sondern auch, weil endlich Oktober ist.

Oktober heißt für mich zwei Dinge. Erstens: Vorbereitungen für den NaNo treffen. Dazu erzähle ich nach dem BuCon mehr! Zweitens: Meine liebe Freundin Helen B. Kraft besuchen, die mir freundlicherweise eine Möglichkeit zu übernachten bereitstellt, damit ich das BuCon-Wochenende gemeinsam mit ihr und vielen weiteren Tintenzirklern (die ich aus Fairness hier nun nicht alle nenne *g*) verbringen kann.
Wir bereits seit drei Jahren hole ich Tanja Rast am Bahnhof ab, damit wir ein Stück des Weges gemeinsam fahren können. Einmal bei Helen angekommen, ist auch Sabrina Železný bereits da und wir gehen ganz lecker essen, um am darauffolgenden Samstag frisch ausgeruht zum Bürgerhaus in Dreieich aufzubrechen.

Dieser Tag wird toll, anstrengend, gesprächig, lustig, knuddelig - und einige Zirkler bringen ihren Nachwuchs mit, was mich ungemein freut!
Vielleicht schaffe ich es ja im kommenden Jahr auch mit meinem kleinen Wurm nach Dreieich.

Völlig fertig werden wir abends zurück zu Helen fahren, Pizza bestellen und den Tag, die Erlebnisse, und die vielen Zirkler in Erinnerung behalten und bequatschen. Und uns schon wenige Stunden nach unserem Abschied wie blöde auf das nächste Jahr freuen!
Am Sonntag dann die Heimreise, und zumindest ich freue mich darauffolgend auf eine Woche Urlaub. :)

Dann ist der Oktober fast um - mein 30. Geburtstag steht fast vor der Tür und dann ist auch schon Weihnachten. Spätestens, wenn diese für mich so wunderbare Jahreszeit beginnt, verfliegt der Rest des Jahres. Und dieses Jahr finde ich das gar nicht so schlimm. :)

Habt noch ein paar schöne Wochen in 2015 - ich melde mich nach dem BuCon, um euch alles Interessante über mein NaNo-Projekt zu verraten!

Sarah

Mittwoch, 26. August 2015

Es ist ja schon August!

Hallo zusammen!

Es tut mir leid, dass es in letzter Zeit so ruhig gewesen ist. Ich habe ein bisschen was privat zu tun gehabt - davon bald mehr ;) - und natürlich auch Schriftstellerisch!
Mal nach der Reihe ...

Ich habe mit letzter Kraft Ende Juni meine Drachen überarbeitet. Es ist knapp vor Ablauf der Frist fertig geworden und ein großer Umbruch in der Motivation meines Hauptcharakters hat mich kurz vor die Aufgabe und Verzweiflung gebracht. Aber es hat geklappt - dank der Unterstützung von Helen und Tanja.
Der Sieg beim NaNoWriMo macht es möglich, sein Buch bei CreateSpace zu drucken. Tolle Mitzirkler machen es möglich, dass man nicht nur seinen eigenen Gutschein zur Verfügung hat ...
Und so konnte ich nach vollendeter Überarbeitung neben den Drachen auch noch mein Kinderbuch (Vorlesen, Erstleser) zwischen zwei Deckel formatieren. Hier seht ihr das Titelbild, ist es nicht herzallerliebst?




Titelbild und Illustrationen innen vom großartigen Jascha Buder! (www.jabu.de)


Es ist kein Buch, was über den Handel oder einen Verlag zu beziehen ist, es ist ein Buch für mich und Freunde, Verwandte und deren Freunde. Aber möglicherweise wird es einmal eine Verlosung geben - wäre das was? Schreibt mir in die Kommentare, ob ihr euch dafür begeistern könntet!

Nachdem die Bücher, die ich mittels der Gutscheine geordert habe, leider dem Poststreik zum Opfer fielen und unauffindbar waren (und nachwievor sind), musste ich noch eine kurze Weile auf die Ersatzlieferung von CreateSpace warten - was mir so manchen Nerv und manche Minute geklaut hat, weil ich ständig zur Post gefahren bin. Leider ist die Post eigentlich nur die Postbank bei uns im Ort und kann darum wenig zum Postgeschehen sagen ... ein Glück aber, ist das jetzt vorbei und ich habe meine Bücher!

Aktuell schreibe ich für Kurzgeschichten-Ausschreibungen. Ich habe bereits Anfang des Jahres beim Thorsten Low Verlag eingereicht und werde in Kürze beim ohneohren Verlag einreichen - und ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn ihr mir die Daumen drückt! :)

Ich habe außerdem endlich »Bennis Schwur« von Horst Berger lesen können und sitze bereits am Entwurf der Rezension! Empfehlen kann ich es auf jeden Fall, ich fand es wunderbar - auch, wenn das Thema ein wenig bedrückend ist. Mehr dazu bald hier!

Mein noch offener Roman mit dem schuldigen Engel und dem aufreißerischen Dämon muss sich noch ein wenig Gedulden, vermutlich schaffe ich es erst nach dem NaNo, da weiterzuschreiben.
Denn es ist zwar erst August, aber im Tintenzirkel ist schon NaNo-Fieber ausgebrochen.

Bedingt dadurch befasse ich mich natürlich schon mit dem Gedanken, was ich schreiben könnte. Wird es tatsächlich Contemporary Romance? Also ein Roman mit ordentlich Zündstoff, Missverständnissen und Liebe? Oder sollte ich meinen Erstling neu schreiben? Oder gar etwas ganz anderes?
Gut, dass noch so viel Zeit ist!

Außerdem ist vorher ja noch BuCon! Ihr erkennt mich an dem Ferdi-Shirt - oder am Namen am Shirt - und ich freu mich, wenn sich jemand unterhalten mag! :)

Abschließende Info:
Ja, ich verlinke auf Amazon. Natürlich kann man die Bücher des Machandel Verlags auch direkt dort beziehen: machandel-verlag.de

Neugierig auf Helen B. Kraft oder Tanja Rast?
Schaut mal hier:

Helen B. Kraft - Facebook und Homepage
Tanja Rast - Facebook und Homepage

Habt noch eine schöne Woche!

Sonntag, 5. Juli 2015

Kurzgeschichte auf dem Blog: Das Lied des Wassermanns

N'abend zusammen!

Eine Stimme für den Wassermann - ich richte mich da ganz nach euch. ;)

Viel Spaß und habt einen schönen Sonntag, startet morgen gut in die Woche und drückt mir die Daumen, dass - wenn am Dienstag die Post wieder zustellt - meine Sendungen dabei sind, damit ich euch bald die tollen Sachen zeigen kann! Danke!

~*~



Das Lied des Wassermanns
Die Waldnymphe kommt näher. Als ihre Füße die Wasseroberfläche berühren, atmet sie tief ein. Elja liebt das Gefühl des Wassers auf ihrer Haut. Doch weiter hineingetraut hat sie sich bisher noch nie.
Der Wassermann Kron beobachtet die Nymphe. Jeden Tag schwimmt er an das seichte Ufer, versteckt sich zwischen den Wassergräsern und beobachtet das kleine Wesen. Er ist angetan von ihr und ihrer Freude am Wasser. Sein Haar wiegt mit der Strömung des Baches, und er fragt sich, wie lange die Elfe bleiben wird. Heute ist Elja besonders angetan von der angenehmen Kühle, die ihre Füße umschmeichelt. Sie möchte mehr von dem Wasser spüren. Sie geht tiefer in den Bach hinein, bis ihr das Wasser über die Knie steht. Und dann noch weiter, bis sie beinahe einen nassen Po bekommt.
Kron hat sich aus seinem Versteck hinaus gewagt. Er verharrt im Wasser vor der Nymphe und wartet. Als Elja still steht, taucht er auf.
„Hallo.“ Kron spricht leise, er will die Nymphe nicht erschrecken.
Elja sieht auf und erwidert Krons Blick neugierig. Der grünhäutige Wassermann ragt bis zum Kinn aus dem Wasser. Seine Stimme ist dunkel aber wunderschön. „Hallo du“, antwortet sie.
Krons eisblaue Augen leuchten auf. Der Klang ihrer Stimme erfüllt ihn mit Wärme. Der Wassermann sieht die Nymphe mit glänzenden Augen an, und Elja lächelt. Die Sonne lässt das Wasser um sie herum glitzern und funkeln.
„Kannst du singen, Wassermann?“, fragt Elja unvermittelt.
„Mein Name ist Kron“, antwortet er.
„Ich bin Elja.“ Sie reicht ihm ihre kleine Hand. Der Wassermann nimmt sie vorsichtig mit einem Finger und haucht einen nassen Kuss auf ihre Handoberfläche. Elja lacht. „Kannst du singen, Kron?“
„Natürlich kann ich singen, aber ich weiß nicht, wie es klingt, wenn ich nicht unter Wasser bin.“
„Würdest du es für mich versuchen?“
Kron nickt und taucht bis zur Nasenspitze ab. Er überlegt und erinnert sich an das schönste Lied, das er kennt. Schließlich nickt er und kommt langsam näher. Die Nymphe steht auf und läuft an das Ufer. Kron kommt immer näher und lässt sich langsam auf den Bachsaum gleiten, genau an der Stelle, wo Elja eben noch gesessen hat. Er schiebt sich halb an Land, und Elja kann die grünen Schuppen an seinen Armen sehen. Sie sieht ihm fasziniert zu. Kron legt seine Unterarme in den Sand vor sich und bettet sein Kinn auf seine Hände.
Elja lächelt ihn an, springt begeistert vor und küsst ihn auf die Stirn. „Du bist wunderschön. So einen schönen Wassermann wie dich habe ich noch nie gesehen.“ Die Nymphe streichelt über Krons Schulter, hinab zu den Schuppen. Freundlich erwidert er ihren Blick. Elja kichert und läuft dann ein Stück auf die Wiese. Sie sucht sich ein herabgefallenes Blatt, zeigt es Kron voller Stolz und tanzt, als Kron zu singen beginnt. Der Wassermann lässt eine Melodie erklingen, die Elja bis in ihr Herz berührt. Sie schließt die Augen und wiegt sich zum Klang des Gesangs. So schön wie das kühle Wasser vor wenigen Augeblicken noch war, Krons Gesang war sicher so schön, wie alle Meere der Welt zusammen. Elja dreht sich mit dem Blatt um ihre eigene Achse, tanzt und lacht. Sie freut sich über Krons Lied und strahlt ihn an.
Der Wassermann verstummt schließlich. Als Elja sich zu ihm umdreht, um weiteren Gesang zu erbitten, sieht sie noch, wie er hastig zurück ins Wasser gleitet und untertaucht.
Elja atmet erschrocken ein, lässt das Blatt achtlos fallen und läuft, bis sie am Rand des Baches steht. Sie fällt auf die Knie und ruft nach dem Wassermann: „Kron?“, ruft sie und sieht sich um.
Sie sieht, dass Kron mit ihr spricht und sie ansieht. Sie sieht, dass sich seine Lippen bewegen, kann aber nicht hören, was er sagt. Er ist zu tief getaucht.
„Ich verstehe dich nicht!“ Elja schreit, hofft, dass Kron sie unter Wasser versteht und bedeutet ihm, dass sie ihn nicht hört.
Doch Kron schüttelt nur den Kopf. Er taucht langsam auf und keucht: „Ich kann nicht so lange an Land sein, ich brauche das Wasser.“ Kaum hat er die Worte ausgesprochen, taucht er wieder unter. Er verharrt knapp unter der Wasseroberfläche und beobachtet Elja.
„Dann komme ich eben für eine Weile zu dir!“ Die Nymphe nimmt allen Mut zusammen, wappnet sich gegen das kalte Wasser und geht dann immer weiter hinein. Es geht ihr schon bis über die Knie, als das kühle Nass ihr einen eisigen Schauer über den Rücken jagt. Elja fängt an zu zittern, geht aber weiter. Sie will Kron nicht alleine lassen. Er hat so schön für sie gesungen, da wird ein bisschen kaltes Wasser sie nicht abhalten, bei ihm zu bleiben! „Ich komme, Kron. Gleich bin ich da!“ Elja versucht zu lächeln, doch ihre Lippen zittern zu sehr, und ihre Zähne schlagen aufeinander.
So weit ist sie noch nie gegangen.
Kron sieht ihr zu, er lacht sie an. Er freut sich. Die Waldnymphe geht weiter, und als das Wasser ihre Schultern erreicht, verliert sie den Boden unter ihren Füßen. Elja kann sich heftig strampelnd über Wasser halten. „Es ist so kalt!“, keucht sie atemlos. Kron schwimmt ungeduldig um sie herum. Er taucht auf.
„Lass doch das Gestrampel, schwimm! Schwimm wie ich. Unter Wasser! Das ist wie tanzen!“
Elja versucht es, doch ihr Blick wird ängstlich. „Ich kann nicht, ich kann nicht“, winselt sie leise. Und schon verlassen sie ihre Kräfte. Sie geht unter, ganz langsam.
Kron kommt auf sie zu, lacht sie an und spricht mit ihr. Er freut sich, dass seine neue Freundin zu ihm kommt. „Siehst du! Du kannst auch unter Wasser tanzen!“ Schnell schwimmt Kron hin und her und jubelt Elja zu, es ihm gleich zu tun.
Doch Elja versteht ihn nicht. Ihre Sinne sind benebelt, und es fällt ihr schwer, die Augen offen zu halten. Als Kron sie zärtlich anstupst, atmet die kleine Wassernymphe aus.

Kron ist auf dem Weg zu der seichten Stelle, an der er Elja zum ersten Mal traf. Seit vielen Wochen sucht er täglich diesen Platz auf. Er taucht auf, schwimmt ans Ufer und legt sich an Land. Er singt, bis seine Kehle trocken wird und er zurück in den Bach muss, um nicht zu sterben.
Im Wasser singt er weiter, heisere Worte finden schnell eine Melodie. Der Klang wird vom Wasser getragen. Kron hat die Augen geschlossen und lässt sich von der Strömung treiben. Er ist traurig, dass er Elja nicht retten konnte.
Er hatte sie begleitet, als die Strömung die leblose Nymphe den Bachlauf entlang trug. Sie hatte die Augen geschlossen und reagierte nicht mehr auf ihn. Mit jedem Atemzug wurde ihm der Verlust klarer. Als sie den Bachlauf mit der Strömung verließ, die bis in den See fließt, konnte er ihr nicht mehr folgen. Im See leben andere, dort darf er nicht hin.
Er beginnt, das traurigste Lied zu singen, das er kennt.
Sein schmerzvoller Gesang erklingt und wird durch den Bach getragen. Der kummervolle Klang seiner Stimme lässt die übrigen Geschöpfe des Baches an seinem Schmerz teilhaben.
Eine der Wasserfrauen hat Kron schon oft zugehört. Jeden Tag ist sie näher gekommen. Sie bleibt immer im Hintergrund und lauscht dem traurigen Lied des Wassermannes. Als Kron verstummt und sich auf den Grund des Baches sinken lässt, kommt sie näher. „Hallo“, flüstert sie. „Wieso bist du so traurig, Wassermann?“
„Ich bin traurig, weil jemand gestorben ist, der bei mir sein wollte.“
„Wer?“, fragt sie neugierig. Sie schwimmt auf ihn zu und unterbricht seinen zur Oberfläche gerichteten Blick.
Er antwortet leise: „Elja.“
„Elja ... noch nie gehört.“
„Sie kam von dort“, erklärt Kron und deutet vage mit einer Hand zur Wasseroberfläche.
„Wusste sie nicht, dass sie hier nicht leben kann?“, fragt sie.
„Wir wussten es beide nicht.“

Donnerstag, 25. Juni 2015

Kurzgeschichten auf dem Blog: Rona



Heute eine neue Geschichte für euch!
Und bald gibts auch wieder Infos über mein aktuelles Schreiben - und was ich damit so anstelle. Aber da müsst ihr euch noch ein bisschen gedulden. Gedrückte Daumen, dass die Post nicht wieder zu streiken beginnt könnten helfen. ;)
Viel Spaß mit meiner Katzen-Kurzgeschichte!

~*~



Rona
Die ersten Sonnenstrahlen fallen durch die nur halb zugezogenen Vorhänge, und ich kann die Wärme auf meinem Fell spüren. Ich liebe diesen Platz, meine Menschin hat mir eine Decke direkt vor die Schrankwand im Wohnzimmer gelegt. Sobald ich die Augen aufschlage, kann ich durch die Glastür zum Garten das Grün des Rasens sehen und mich von den warmen Sonnenstrahlen streicheln lassen.
Ich seufze auf, strecke mich genüsslich und bleibe irritiert liegen. Irgendetwas ist da.
Meine Nase beginnt zu kribbeln, und meine Ohren drehen sich in alle Richtungen.
Ich spüre, dass ich beobachtet werde. Langsam drehe ich meinen Kopf, sehe mich um und mache eine fantastische Entdeckung: Eine schwarze Spinne, nur wenige Schritte von mir entfernt, an der gegenüberliegenden Zimmerwand.
Spielzeug! Da ich mich erinnern kann, wie Monika auf diese Bestien reagiert, beschließe ich, mich heldenhaft in den Kampf zu stürzen, um sie vor dieser Gefahr zu schützen.
Ich lasse die Spinne nicht aus den Augen und richte ich mich auf. Ganz langsam, um das achtbeinige Ungeheuer nicht zu erschrecken, rolle ich mich auf meinen Bauch und ziehe die Beine an. Aufgeregt lasse ich meinen Schwanz durch die Luft peitschen und lecke mir über die Nase, verlagere mein Gewicht auf die Vorderpfoten. Ich drücke meine Schultern herunter und springe. Ich komme genau vor der Spinne auf, die feige wegkrabbeln will. Mit den mir natürlich eigenen Instinkten schlage ich mit meiner linken Vorderpfote zu und bestaune den graziösen Fall der in sich zusammensackenden Kreatur. Ich lauere noch einen Moment, ob die Spinne meinen Angriff überlebt hat, und will mich gerade abwenden, als ich in den Augenwinkeln ein Zucken bemerke.
Ich ducke mich, taste nach dem Körper der Spinne und tätschele sie mit meiner Pfote, als sie plötzlich ihre acht Beine ausfährt und durch das Wohnzimmer rennt. Ich hechte hinterher, rutsche aus und gegen ein Tischbein. Ich höre den Farn auf dem Tisch rascheln und gleich darauf ein Scheppern. Ups.
Bagatellschäden.
Die Spinne krabbelt den Tisch hoch und ich hinterher.
Ich überlege kurz, ob Monika sehr sauer sein wird, konzentriere mich dann aber gleich wieder auf mein Opfer. Eben jenes Getier hat den Tisch schon abgelaufen und ist auf der anderen Seite auf dem Weg nach unten. Ich sprinte über den Tisch und warte. Bedrohlich sehe ich auf sie herab, und als sie in Richtung Schrankwand läuft, springe ich auf sie zu. Der Tisch rutscht ein Stück nach hinten, das tut er immer, seitdem Monika diese unsinnigen Gleitpads angebracht hat. Ich habe mich beinahe zu Tode erschrocken, als ich einmal nach einem Sprung ins Straucheln geriet und mich nur mit Mühe am Sofa festhalten konnte. Monika war selbst schuld, dass ihr Sofa hinten nun in Streifenmuster bezogen ist.
Die Spinne habe ich verfehlt, doch verfolge ich sie weiter mit meinen Augen. Sie biegt vor meiner Decke ab, riecht wahrscheinlich den übermächtigen Gegner und schickt sich an, unter den Heizkörper am Fenster zu krabbeln. Mit einem gewaltigen Satz bin ich bei ihr, erwische zwei ihrer acht Beine und murre ärgerlich, als ich sie weiterkrabbeln sehe. Nun reicht es mir aber!
Mit einem Fauchen fahre ich die Krallen aus und halte auf die Spinne zu. Ich verfehle sie nur knapp, doch die Kratzer im Parkett werden noch ewig von meinem Engagement zeugen. Als sie gerade die Wand hinter der Heizung erklimmen will, erwische ich sie und miaue triumphierend, als sie halb durchtrennt auf den Boden fällt. Die wird nirgendwo mehr hinrennen.
Ich beschließe meine Heldentat sogleich zu belohnen: Ich weiß, wo Monika die Katzendrops aufbewahrt.
Vergnügt schlendere ich durch den Flur, hinein in die Küche.
Ein Kratzen an der Haustür, dann das charakteristische Klopfen von Monikas Schlüsselbund an der Tür. „Rona“, kreischt sie auch schon, und ich hechte aus dem Schrank, gerade rechtzeitig bevor sie in die Küche tritt. Ich miaue zur Begrüßung, streife einmal um ihre Beine, fliehe flugs vor ihren zugreifenden Händen und laufe dann ins Wohnzimmer, um mein Geschenk zu holen. Da wird sie Augen machen! Sie mag Überraschungen.
Ich kicke die Spinne vor mir her und bemerke nicht, dass sie eine rote Spur hinterlässt. Vor der Tür angekommen maunze ich laut, und gut erzogen wie Monika ist, dreht sie sich zu mir um. Und ihr Gesicht! Es ist, als hätte sie nie etwas Schöneres gesehen, als diese tote Spinne. Ihre Augen weiten sich, ihr Mund öffnet und schließt sich, sie findet keine Worte. Ist das schön!
Begeistert befördere ich das Untier mit einem Pfotenhieb direkt vor Monikas Füße.
So hoch habe ich sie noch nie springen sehen. Die sollte echt zur Olympiade!
„Oh, Rona! Dieses ekelhafte Tier mir hier so vor die Füße zu schmeißen … Nein, wie kannst du nur!“ Ich erkenne fachkätzisch an ihrer Tonlage, dass sie scheinbar doch nicht ganz so begeistert ist. In diesem Fall ist es besser, wenn ich nicht in der Nähe bin, wenn sie meine Umgestaltung des Wohnzimmers entdeckt.
Monika hat mittlerweile eine Hand voll Küchentücher genommen und das schwarze Etwas in die Biotonne entsorgt. Sie schüttelt den Kopf und ich höre sie murmeln: „Erst die Couch, jetzt das … was kommt als Nächstes?“
Nein, definitiv, ich werde mich heute nicht mehr im Wohnzimmer aufhalten. Als meine Menschin ihre Tasche abstellt und ihre Schuhe in die Ecke kickt, um dann ins Wohnzimmer zu gehen, sehe ich mich gezwungen, meinen Platz auf dem hohen Schlafzimmerschrank einzunehmen, auf dem sie mich nicht direkt sehen kann.
23 ... 24 ... Gerade rechtzeitig.
„Rona! Ich fasse es nicht!“ Ich höre sie durch die Gegend laufen, befinde dann aber, dass ein Nickerchen hier oben die weitaus bessere Aussicht ist, als einer wütenden Menschin zu begegnen. So etwas Undankbares!
Ich warte hier ab, bis sie sich wieder beruhigt hat. Das dauert ja nie lange. Mir ist, als wäre ich eben gerade erst eingenickt, als mich ein ungeheuerliches Jammern aufweckt. Oh nein. Monikas legt wieder los.
Ich murre übellaunig und vergrabe meinen Kopf unter der rechten Pfote. Die Menschin in der Küche hat es sich zur Gewohnheit werden lassen, schrill und schräg zu singen, während sie ihr eigenes Essen zubereitet. Das allein stört mich gar nicht, wäre das Gejammer nicht so unglaublich laut. Und würde sie nicht zeitgleich meine Leckereien rausrücken, so dass ich diesem Spektakel gar nicht entgehen kann, wenn ich mein Futter haben möchte. Und was gibt es da immer Leckeres, da kann man nicht meckern. Meine Schnurrhaare zucken vor Vorfreude, als ich von meinem Versteck springe.
Gerade jetzt riecht es nach Thunfisch aus der Dose – meine Leibspeise. Da kann man schon mal über das grausige Gejammer Monikas hinweg sehen. Außerdem hat sie ganz offenbar ihren Groll vergessen, wenn sie schon wieder so plärren kann. Sehr schön.
Gemächlich mache ich mich auf den Weg, strecke mich ausgiebig und laufe dann, scheinbar gelangweilt, Richtung Küche. Ja, eindeutig, Thunfisch. Der Geruch lässt mich in leichten Laufschritt fallen, und ich flaniere um die Ecke, durch die Küchentür – direkt in Monikas Arme. „Rona, Schätzchen! Sieh nur, was Mami dir Leckeres auf deinen kleinen Katzenteller gelegt hat. Und das, wo du so frech warst heute! Na, hat die Rona die Mami lieb?“
Ja, ich liebe meine Mami, aber wenn Mami mich nicht bald wieder los lässt, hinterlasse ich ein paar liebevolle Kratzer auf ihrer Wange! Monika drückt mich eng an ihre Brust und wiegt mich wie ein Menschenbaby. Ein aufgebrachtes Maunzen sollte ihr Warnung genug sein.
Netterweise setzt diese anhängliche Person mich auf der Arbeitsplatte nahe der Spüle ab. Erleichtert schnappe ich nach Luft, lecke mir verärgert über die Nase und sehe sie böse an. Hoffentlich ist der Thunfisch dies alles wert.
Zu meinem Missfallen beginnt Monika erneut zu singen. Ich maunze erbost, doch nach ein paar gröberen Tätscheleien auf den Kopf, passend zum Takt der Musik, ziehe ich es vor, mich auf den Thunfisch zu konzentrieren. Mit einer eleganten Drehung entferne ich mich von meiner Menschin, jedoch nicht ohne sie noch leicht mit dem Schwanz am Arm zu touchieren, und springe von der Anrichte. Das ist Perfektion, das kriegt kein anderer so hin. Der Duft leckeren, eingelegten Thunfischs steigt mir nun stärker in die Nase, und ich wackele begeistert mit dem Kopf, als ich vor meinem Teller stehe.
Mit geschlossenen Augen beschnuppere ich den leckeren Fisch, und beginne dann ihn zu essen. Monika hat eines ihrer Lieblingslieder gewählt, und mir graut es, als ich aus den Augenwinkeln beobachte, wie sie nun mit merkwürdigen Bewegungen durch den Raum läuft und dabei ständig in den Kochlöffel schreit. Ein ohrenbetäubender Lärm. Man muss die Menschen nicht verstehen. Aber irgendwie muss man sie trotzdem lieb haben. Sie können wohl nicht anders.
Als das Gejammer wieder Ausmaße annimmt, die ich nicht länger ignorieren kann, verschlinge ich schnell die letzten Thunfischhappen vom Teller, lecke ihn noch kurz aber gründlich sauber und verschwinde dann unbemerkt.
Sie hat vorhin die Tür zum Garten geöffnet und ich folge den letzten Sonnenstrahlen hinaus auf den grünen Rasen. Hier wird es noch eine Weile wohlig warm sein, und so mache ich es mir auf dem Rasen gemütlich und strecke alle Viere von mir. Der kühle Boden bildet einen herrlichen Kontrast zur warmen Sonne, die mein Fell zum Glühen bringt. Ich seufze auf. Ich mag mein Leben. Monika liest mir beinahe jeden Wunsch von den Augen ab, überrascht mich ständig mit neuem Spielzeug, und auch sonst hat meine Erziehung Früchte getragen.
Diese schrecklichen Spielmäuse werden nie wieder mein Revier betreten!
Alles ist so, wie ich es mir erträumt habe, als ich als Katzenkind die wildesten Geschichten der anderen Katzen im Tierheim gehört habe. Würde Monika doch bloß nicht so viel jammern, und sich auch mal über meine Geschenke freuen.
Ich öffne die Augen, prüfe die Lage und will gerade eindösen, als ich etwas grünes Hüpfendes sehe. Spielzeug! Monika wird Augen machen!